Der soziale Staat erhält dem Pandemie geplagten lohnabhängigen Erwerbsbürger das Benutzt-Werden

Das freie Individuum mit seiner gefährdeten Gesundheit und mit seinen Zwecken, Wünschen und Nöten ist Mittelpunkt der staatlichen Pandemiepolitik. Dabei kommt es  dem Staat auch und nicht zuletzt in seiner Eigenschaft als Geldverdiener in den Blick. Um den Leuten in dieser Eigenschaft gerecht zu werden, behandelt der Staat sie zielstrebig als das, was sie als Erwerbsbürger sind: total abhängige Figuren. Um ihren Nöten des erschwerten bis verunmöglichten Geldverdienens zu entsprechen, wendet er sich konsequenterweise nicht an sie direkt, sondern an ihre „Arbeitgeber“, von deren geschäftigem Umgang mit ihrer geldwerten Leistung ihr Lebensunterhalt nun einmal abhängig ist. Deren Kalkulationen mit der Arbeit verspricht der Staat in aller gebotenen Großzügigkeit entgegenzukommen. Die „kleinen Leute“ müssen sich für ihr Überleben schließlich weiter nützlich machen können – und was dafür ansteht, ist ein beherztes Bekenntnis zum kapitalistischen Reichtum und die Unterstützung der Bedingungen seiner Vermehrung. So geht „Rettung der kleinen Leute“ in der Marktwirtschaft – ein sachdienlicher Hinweis der Politik auf die klassenmäßige Wahrheit ihres freiheitlich-egalitären Gemeinwesens.

Zum Thema gibt es einen Artikel des GegenStandpunkt-Verlages in der Nummer 1-21 des GegenStandpunkt: „Pandemie XVIII. Deutschland im Winter-Lockdown – eine Zwischenbilanz“, davon insbesondere der Abschnitt II.3. „Die Welt des Gelderwerbs“. Dieser Artikel ist frei verfügbar auf: https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/deutschland-winter-lockdown