Die Armut durch Arbeit ist nicht mehr zumutbar – also braucht es viel mehr davon
Die Regierungskoalition streitet sich über notwendige Reformen der Grundsicherung, der Rente und der Arbeitszeitregelungen, einigt sich auf Änderungen und gibt mit all dem einige harte Klarstellungen zum Verhältnis von Arbeit, Wirtschaftswachstum und gerechter sozialer Betreuung zu Protokoll:
- dass zu einer rezessionsgeplagten genauso wie zu einer erfolgreich wachsenden Wirtschaft notwendig ganz viel Armut gehört, die deshalb sozialstaatlich betreut werden muss;
- dass als bedürftig nur diejenigen gelten, die sich anstrengen, dem Sozialstaat gar nicht erst zur Last zu fallen;
- wie man nach dem Arbeitsleben seinen Lebensabend mit kleiner Rente doch „aktiv“ gestalten kann: indem man das Arbeitsleben einfach verlängert;
- wie „Work“ und „Life“ in „Balance“ zu bringen sind, nämlich dadurch, dass man bei ‚Leben‘ an ‚Arbeit‘ denkt.
Insgesamt zeugen die diskutierten und beschlossenen Maßnahmen davon, dass die Regierenden genau wissen, dass die Lebensverhältnisse der „normalen Leute“ in ihrer Republik vor allem eins brauchen: immer mehr Arbeit, die die Geldrechnung derjenigen bedient, die sie verrichten lassen. Denn mit ihren Beschlüssen legen sie gerade fest, womit Lohnabhängige in der sozialen Marktwirtschaft zurechtzukommen haben. Und das tut die Regierung ja dafür, dass Deutschland wieder auf Wachstumskurs gebracht wird und ihrem Volk Gerechtigkeit widerfährt! Weiterlesen „Reform der Grundsicherung, Rente und Arbeitszeitregelung:“
