Steigende Mieten & Wohnungsnot, Immobilienspekulation & Vergesellschaftung, …
In vielen Städten herrscht akute Wohnungsnot. Wie immer mangelt es nicht an guten Vorschlägen, wie diesem Problem zu begegnen wäre.
Aktivisten wettern gegen Auswüchse der Spekulation mit ihrer Preistreiberei, die man politisch allemal verbieten oder bremsen könnte; die Linke fordert einen Mietendeckel und sogar Enteignungen. Dann wären die Mieten vielleicht wieder bezahlbar.
Eigentümergesellschaften und die Mehrzahl der Politiker können vor so etwas nur warnen: Wenn man den Eigentümern Vorschriften macht und Fesseln beim Mietpreis anlegt, dann lohnen sich Investitionen in neue Wohnungen nicht mehr und unterbleiben deswegen; dann ist der Wohnraum knapp und dann – da kennen sich die Wohnungseigentümer aus – steigen die Mieten doch nur noch weiter. Das Gegenteil: Abräumen der Schranken für ihr Geschäft, würde helfen, dann klappt’s vielleicht auch wieder mit dem Wohnen.
Man kann gar nicht sagen, in diesem Disput hätte eine Seite recht und die andere nicht:
Recht haben beide in dem Sinn, dass der Staat der richtige Ansprechpartner für sie ist: Er macht Wohnen zur Bereicherungsquelle für Wohneigentümer und betreut die Folgen, die das für die Leute hat, die eine Wohnung brauchen.
Unrecht haben beide, weil die Wohnungsfrage durch ihr Rezept garantiert nicht ‚gelöst‘ wird. Denn wo Grund und Boden durch die Macht des Staates zu privatem Eigentum gemacht sind und als stattliche Einkommensquelle lizenziert werden, sind die Ansprüche des Grundeigentums so unhintergehbar wie unvereinbar mit den Wohnansprüchen der lohnabhängigen Bevölkerung und den Erträgen aus ihrer Einkommensquelle.
Die ‚Wohnungsfrage‘ ist deswegen so alt wie der Kapitalismus selbst und ist als solche in ihm überhaupt nicht ‚zu lösen‘.
Lesetipp: Das Grundeigentum und der Wohnungsmarkt | GegenStandpunkt 2-14
Die europäischen Friedensmächte haben derzeit viel zu tun in Sachen Krieg.