Merz‘ Update für Deutschlands Staatsräson: „Wir müssen die Sprache der Macht lernen!“

Thu, 17. September 2026
von 19:30 Uhr bis 21:55 Uhr
Nachbarschaftshaus Gostenhof, großer Saal, Adam-Klein-Straße 6, 90429 Nürnberg

Denn: „Die Welt entwickelt sich in eine für uns schwierige Lage einer Ordnung großer Mächte.“ (Merz) Und da muss Deutschland auf jeden Fall mit dabei sein – bei den weltpolitischen Machernationen, die fähig sind, andere Staaten mit Gewalt zu nötigen, ihr nationales Wollen an auswärtigen Ansprüchen auszurichten. Da muss Deutschland nichts lernen, dafür muss es sich wappnen. So ‚handlungsfähig‘ werden, wie es ihm die ‚großen Mächte‘ vorgeben: also Kriegsfähigkeit herstellen, die gerade denen Respekt abnötigt – und das nicht erst morgen oder übermorgen, sondern heute, bei den Kriegs- und Friedensszenarien, die auf der Tagesordnung stehen. Deutsch-europäische Mitbestimmung in Sachen Krieg und Frieden – da gibt es viel zu tun:

Nach außen gegen Russland ist es immerhin gelungen, die Ukraine bis zur Selbstzerstörung mit ‚unseren Waffen‘ einen verlustreichen Abnutzungskrieg gegen den Kreml führen zu lassen – wenn auch jetzt dummerweise ohne die Hilfe der USA. Das ist ‚unser Krieg‘, denn da geht es um europäische Vormacht gegen den Kreml, der bekanntlich nur diese Sprache versteht. Das erfordert entsprechend ‚klare Ansagen‘: kriegsfähige, gemeinsam europäische Rüstungsanstrengungen; noch entscheidender: endlich ein Kommando innerhalb Europas, das ‚mit einer Stimme‘, einer deutschen selbstverständlich, spricht.

Ein dringlicher Auftrag auch nach innen. Denn dafür braucht es mehr Rüstung, was die auch kosten möge; eine Rüstungsindustrie ‚made in germany‘; überhaupt ein ungebremstes Wirtschaftswachstum; also Reformen, die die nationale Wirtschaft produktiver und dafür vor allem das Arbeitsvolk billiger und mobiler machen.

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„Reformen“: Die Regierung macht ihr Arbeitsvolk flott

Thu, 08. October 2026
von 19:30 Uhr bis 22:00 Uhr
Villa Leon, Philipp-Koerber-Weg 1, 90439 Nürnberg

Die Bundesregierung verordnet „Reformen“: Die Bürger sollen länger arbeiten, weniger von ihrer Arbeit haben und sich noch viel weniger als bisher auf staatlich organisierte Hilfe verlassen können, wenn sie dabei in Not geraten. Es geht um ein umfassendes Verarmungsprogramm fürs arbeitende Volk. Daran hat Deutschlands Öffentlichkeit ein paar scharfe Fragen. Sie lauten:

  • „Wie verkauft der Kanzler seine Reformen?“

  • „Kann die Regierung liefern?“

  • Wo bleibt der Ruck?“

  • „Gelingt der Regierung doch noch der große Wurf?“

Die werden im Vortrag garantiert nicht gestellt oder beantwortet. Es ist uns egal, ob die Koalition ein einiges Bild abgibt, ob die Maßnahmen dem Kanzler gut zu Gesicht stehen und ob er der Rolle des durchsetzungsstarken Führers gerecht wird, den unsere Öffentlichkeit an der Staatsspitze offensichtlich so gerne sehen würde.

Uns stellen sich ein paar andere Fragen. Die sind im Verhältnis zu den öffentlichen Aufregern abseitig, weil sie sich ausnahmsweise der Sache widmen, die mit dem Schlagwort „Reformen“ verkündet und mit dem Zusatz „unausweichlich“ komplett abgehakt wird. Sie lauten:

  • Für welches Programm der Nation sind die Sozialkürzungen „unausweichlich“ und „notwendig“?

  • Was sagen Regierung und Kanzler ihrem Volk damit auf den Kopf zu, wofür es lebt und arbeitet?

  • Woran hat sich das Volk also zu bewähren, ebenso wie all die nun kritisch beurteilten Sozialstaatseinrichtungen, die die Politik irgendwann einmal notwendig und nützlich gefunden hat?

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Hörtipp: Kritik der Soziologie

Ein Interview von 99zuEins mit Egbert

Soziologen erforschen alles, was andere untersuchen, noch einmal soziologisch. Politik, Religion, Literatur, Familie und Krieg entschlüsseln sie als im Grunde immer wieder dasselbe: „Formen von Vergesellschaftung“. Dabei finden Soziologen nicht interessant, um was es in den verschiedenen Fällen von Gesellschaft geht, sondern immer, dass da ein überindividueller Zusammenhang von Individuen (solange er besteht) offenbar funktioniert. Und alles, was Soziologen in dieser Gesellschaft an Institutionen, Handlungsweisen und Sitten zum Thema machen, deuten sie nach ihrem Schema als entweder funktionalen Beitrag zur Systemstabilität oder als ihre Gefährdung. Was verkehrt ist an scheinbar unwidersprechlichen Aussagen wie, alles sei „gesellschaftlich vermittelt“, „der Mensch ist Produkt der Gesellschaft“, diese umgekehrt wieder „Produkt der Menschen“ und ihrer Interaktionen – darum geht es in dieser Folge mit Egbert.

Kritik der Soziologie – mit Egbert – 99 ZU EINS – Ep. 460 – YouTube

Hörtipp: Debatte zu Klimakrise & Klimapolitik

Der Podcast 99zuEins veranstaltet am Sonntag, dem 2. Juli, ab 20:00 Uhr ein Streitgespräch zwischen Aimée van Baalen von der Letzten Generation und Usama Taraben von der Zeitschrift GegenStandpunkt unter dem Titel „Die Letzte Generation – radikaler Aufstand des Gewissens? Und: Hat die letzte Generation recht damit, dass die Regierung nicht angemessen gegen die Klimakrise handelt?“

Der Link zum Youtube-Auftritt: https://www.youtube.com/watch?v=Rg992slj5Cc